
Manchmal begegnen uns Lieder, die wie Tore in die Tiefe unseres Seins wirken.
Sie öffnen Erinnerungen, Gefühle und Bewusstseinsräume, die längst vergessen schienen – und plötzlich sind sie da: sanft, zärtlich, klar.
So erlebte ich es vergangene Woche bei einem Konzert von Herman van Veen in Flensburg. Vor gut 30 Jahren war ich bereits in einem Konzert von Hermann van Veen, auch in Flensburg. Es blieb mir seitdem positiv mit besonderer Stimmung in Erinnerung. Ein Abend voller Präsenz, Weichheit und gelebter Harmonie. Eine Stimmung und Stimmen, die Emotionen anrührten.
Herman van Veen strahlte auch jetzt eine absolute Bühnenpräsenz aus, die jenseits aller Äußerlichkeiten wirkte. Der Künstler ist auf seiner „80er Tour“, Chapeau kann ich da nur sagen. Da spüre ich Bewunderung. Die Musik aktuell, auf jede Zeit anwendbar.
Und wieder war es dieses eine Lied, das mich besonders berührte –
„Ich hab ein zärtliches Gefühl.“
Ein Abend voller Weichheit und Präsenz
Schon die ersten Töne öffneten etwas in mir – wie vor Jahren.
Eine zarte Schwingung erfüllte den Raum – getragen von Musik, Stimme und einem harmonischen Miteinander. Einssein im stillen zärtlichen Gefühl, als ob die Zeit stillstünde – als ob sich alles in einem Moment der Verbundenheit vereinte.
Die Erinnerung
Ich erinnerte mich.
Vor gut 30 Jahren saß ich auch im Publikum. Damals berührte mich genau dieses Lied tief.
Ich hab ein zärtliches Gefühl. Es schrieb sich in mein Herz – als Erinnerung an etwas Ursprüngliches:
An Sicherheit, Geborgenheit, an das Urvertrauen:
Das Leben gut ist, die Menschen sind gut und liebevoll miteinander. Ein kindliches Gefühl das mitwuchs.
Wandel durch die Jahre
Dieses Gefühl trug ich viele Jahre in mir.
Doch die Jahrzehnte zeigten mir, dass sich diese kindliche Gewissheit nicht immer bewahrheitet.
Ich sah, dass Menschen einander verletzen, dass die Welt nicht immer gütig ist, dass Herausforderungen, Brüche und Wandlungen Teil des Lebens sind.
Traumata traten auf, durften sich zeigen – und wie viele andere Themen in die Heilung gehen.
Trennungen, neue Lebensphasen, wachsende und beständig bewahrte Spiritualität begleiteten meinen Weg. Erinnerungen an DAS, was ist, an das EINS Sein.
Erkenntnisse über die Welt, über Geschehnisse und Zusammenhänge veränderten meinen Blick auf das Leben, auf das Menschsein, auf das „Große Ganze“.
Erkenntnis und Auflösung
Während des Konzerts gestern, bei genau diesem Lied, spürte ich beides:
Die Traurigkeit über den alten Irrglauben – und gleichzeitig ein tiefes, stilles Wissen in mir.
Ich hab ein zärtliches Gefühl.
Dieses Mal war es nicht die Erinnerung an das frühere Urvertrauen,
sondern das Erkennen eines neuen.
Ein Urvertrauen, das gewachsen ist – durch Erfahrung, durch Schmerz, durch das Leben selbst. Erinnerung an etwas Ursprüngliches:
An Sicherheit, Geborgenheit, an das Spüren: Das Leben gut ist,
die Menschen sind gut und liebevoll miteinander.
Es ist nicht mehr das Vertrauen in eine heile Welt, sondern in das große Geschehen, das sich in allem ausdrückt – auch im Schwierigen, auch im Unvollkommenen.
Ich habe gelernt: Alles geschieht, wie es zu geschehen hat.
Ich bin im Flow meines Lebens angekommen, in der Gewissheit, dass alles, was sich zeigt, seinen Sinn hat, auch wenn es sich manchmal erst später offenbart.
Das neue Urvertrauen
So wandelte sich während des Konzerts etwas in mir.
Die versteckte Sehnsucht nach einem problemlosen, heilen Leben durfte gehen bzw. die längst erlebte Erkenntnisdarüber durfte integriert werden. Die (nicht bekannte) Traurigkeit über den verlorenen Glauben an das „Gute in allem“ löste sich auf.
Die gedachte heile Welt kehrt nicht zurück – weil es sie in dieser Form nie gegeben hat.
Und ich durfte tief erkennen:
Zurück bleibt – ein zärtliches Gefühl.
Ein Gefühl der Dankbarkeit für den Weg, für die Erkenntnis,
für das tiefe Vertrauen, das heute in mir ruht.
Ein zärtliches Gefühl für mich selbst, für das Leben,
für das Ur-Vertrauen, dass alles geschieht, wie es zu geschehen hat.
Auch – und gerade – in einer Zeit, die herausfordernd ist,
die uns prüft und wachsen lässt. In diesem Gefühl von
„Ich hab ein zärtliches Gefühl“.
Für das Leben, das mich gelehrt hat, dass Urvertrauen nicht bedeutet,
an eine heile Welt zu glauben,
sondern sich in der Bewegung des Lebens selbst zu vertrauen.
Und so klingt dieses Lied in mir weiter –
als sanfte Erinnerung an das, was war,
und als Ausrichtung für das, was jetzt ist.
Und auch für dich
Spürst du dieses Lied in dir?
Das zärtliche Gefühl, das wachsen möchte – für dich, für dein Leben, für dein Urvertrauen?
Wenn du dieses Gefühl in dir wiederfinden oder neu verstehen möchtest,
wenn alte Verletzungen, Sehnsüchte oder Erinnerungen sich zeigen,
begleite ich dich gerne auf deiner inneren Reise –
zurück in die Tiefe deines Herzens,
in die Erinnerung an deine ursprüngliche Ganzheit.
Lass uns Räume öffnen, in denen du dich selbst wieder spüren,
verstehen und in dein Urvertrauen zurückkehren kannst.
In der Tiefe deines Seins wartet das, was nie verloren war –
nur verschüttet, bis du bereit bist, es wieder zu fühlen.
Bist Du bereit?
Ich hab ein zärtliches Gefühl, Mitgefühl – für dich, für das Leben, für das, was ist.
Über mich
Ich folge meiner Lebensaufgabe, Heilwerdung und Bewusstsein in die Welt zu tragen – für die Menschen und für die Erde.
In meiner Arbeit verbinde ich spirituelle Tiefe mit liebevoller Klarheit.
So entsteht Raum für Heilung, Erkenntnis, Bewusstwerdung und Stille.
Mehr über meine Arbeit findest du auf meiner Website:
Nehme gerne Kontakt zu mir auf.
Herzlich,
Keike Maart
